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Hohe Tatra: Zu Bären, Wölfen und anderem Getier sowie ganz wilder Natur

Firlej… morgens um 06:00h… die aufgehende Sonne hat mich geweckt, der Morgendunst stand über den Dächern von Firlej und tauchte die ganze Umgebung in ein fast mystisches Licht.

 

Im ganzen Haus war alles noch totenstill…. nur auf dem Schornstein des Nebenhauses (ca. 20m entfernt) nistet „singend“ ein Amselpaar, sowie das verschiedene Vogelgezwitscher… und noch einige letzte Kauz- oder Uhu-Rufe drangen durch die morgentliche Stille.

 

Um nicht das ganze Haus zu wecken, bereitete ich vorerst mal meine heutige Tour vor…… mit Karte, Stift  und Papier bewaffnet sass ich auf dem Balkon am planen, denn das heutige Ziel sollte die „Hohe Tatra“ sein, welche der höchste Teil des Karpaten – Gebirgszuges ist.

Nachdem ich meine Route einigermassen zusammen hatte, begann ich alles wieder, sauber und gut, zu packen.
Da ich meinen „Übernachtungs – Obulus“ nicht schon am Vortag begleichen konnte und auch jetzt niemand da bzw. wach war, hinterlegte ich 50 PLN auf einem kleinen Tisch im Zimmer.

Mein Zeug war relativ schnell wieder aufgeladen und verzurrt und endlich…. um kurz vor 09:00h konnte ich meinen heutigen Weg wieder in Angriff nehmen.

 

 

 

 

 

 

 

Möglichst leise wühlte ich mich durch den weichen/sandigen Hinterhof zu Strasse mit dem ersten Ziel, möglichst bald einen heissen, starken Kaffee zu bekommen.

Kurze Zeit später sass ich am ersten Kaffee… und während des Kaffeestops hab ich dann wieder mal mein „Tagebuch“ etwas nachgeführt, denn auch ich kann nicht alle Eindrücke (und es sind enorm viele) problemlos im Kopf behalten.

Nach der 2. Tasse Kaffee….. konnte es dann weitergehen… vorerst bleib ich erstmal etwas auf den „Hauptachsen“ (Nr. 19).

 

An P- Lubartów und der grossen Stadt P- Lublin vorbei… hatte ich die Nase bereits wieder voll von -Stadtverkehr- und stark befahrenen Hauptachsen, somit wechselte ich wieder auf eine Nebenstrasse welche in Richtung P- Biłgoraj führte.

Bild : Józef Babij

 

Mittlerweile war ich schon auf Höhe der Ukraine……, jene Grenze lag immer in etwa 30km, -linksseitig- meiner Fahrrichtung und dem slowakische Grenzgebiet fuhr ich  -Kilometer um Kilometer-  entgegen.

 

Die abwechslungsreichen Landschaften (Wiesen/Felder/Wald/Flüsschen und dgl.)… liessen mich immer wieder staunen…. alles war relativ gut gepflegt und die weiten und grossen Wies- und Ackerflächen waren ebenfalls gut bestellt. Diese Gebiete hinterliessen (bei mir) schon mächtig Eindruck. Immer wieder versuchte ich mir, diese Anblicke, in den unterschiedlichen Jahreszeiten vorzustellen… muss sicher auch wahnsinnig schön sein.

 

An P- Księżpol vorbei… über P- Tarnogród, P- Sieniawa, am Flüsschen „San“ entlang bis nach P- Jarosław, war eine Ecke schöner wie die andere.   😉
Über P- Radymno und die „77“ gings weiter nach P- Przemyśl bis ich auf die „28“ einbiegen konnte welche nach P- Sanok führte.

Kurz vor dieser Ortschaft machte ich nochmals einen Tank- und Kaffeehalt und füllte auch gleich meinen Wasser- und Futtervorrat wieder auf. Der freundliche Tankwart sprach gut Deutsch und gleich wollte er wissen; Woher ich komme, Wo ich überall war und Wohin meine weitere Reise gehen soll. Er, ein ebenfalls begeisterter Motorradfahrer, hing mir während des erzählens buchstäblich an den Lippen, „Cola“ floss in strömen und ich durfte diese schlussendlich noch nicht einmal bezahlen.   🙂

Auf mein Nachfragen hin wie es denn hier sei mit „wild“ campieren… entgegnete er mir mit einem süffisannten Lächeln : „Du kannst hier eigentlich überall campen… sofern du keine Angst vor wilden Tieren, etc. hast….., denn hier, eingangs der National-Parks und der Hohen Tatra, hat es sehr viele Wölfe, Bären, Vielfrasse und dgl. ! Jedoch, solange man sich ruhig verhält, tun einem diese Tiere nichts !“  Gut bin ich  -die Ruhe in Person- …..   😉
Ok, mein Adrenalinpegel stieg zwar kurz (ganz leicht) etwas an, doch es gibt ja 2 Sachen in meinem Leben die ich bis anhin noch nicht gehabt habe……. -Angst & Geld- ……..   😉

Nachdem ich Ihm das entgegnete schaute er mich schon etwas verdutzt an und meinte nur : „Du hast ja anscheinend Nerven wie Drahtseile !“
Na ja, so leicht wirft man einen *Trapper – Dudu* doch nicht aus der Fassung !   🙂

 

Da ich zwischenzeitlich auch alles wieder beisammen und verstaut hatte und es doch schon fast wieder 16:00h war musste ich mich so langsam beeilen damit ich noch einen guten und +/- sicheren Lagerplatz finden konnte, denn wie schon mehrmals erwähnt….. hier wird es in den Wäldern schnell stockdunkel.

Wieder einige Kilometer später, ich war schon wieder durch viele kleine, malerische Dörfer gefahren wurde die Zeit so langsam „eng“, deshalb bog ich auf eine Bergstrasse ab und fuhr ich ein paar Km bergauf…. in Richtung eines Waldrandes, bald schon änderte sich der Fahrbahnbelag von schlechtem Teer zu grobem Schotter.

 

Der Waldrand kam näher und näher…. bis nahe an den Wald reichte die Schotterstrasse, danach war es nur noch Lehm/Erde und Waldboden.
Eine kleine Lücke zwischen Bäumen und Büschen zeugte von einem möglichen Durchgang…. also Bike kurz abgestellt….. um (zu Fuss) zu rekognoszieren. Optimal…., denn gleich nach dem sehr dichten Waldrandgehölze eröffnete sich ein wunderschöner Wald…, schnell hab ich eine geeigneten Stell- und Lagerplatz gefunden.


Nun, kurz den Lagerplatz etwas vorbereitet und gesäubert…. dann mein Bike durch die Lücke zum Lagerplatz „gezirkelt“ und schon konnte ich mich für die Nacht einrichten.

 

Da es ja trocken blieb und anbetracht dessen wo ich mich nun befand, verzichtete ich (sicherheitshalber) auf das Aussenzelt -für einen besseren Sichtbereich-. Nachdem ich dann auch die Feuergrube fertig gegraben und Holz gesammelt hatte war ich bereit für diese Nacht in der Hohen Tatra.

Ich habe versucht alle Möglichen und natürlichen Schutzbereiche auszunutzen, hinter und links vom Zelt standen grosse-starke Bäume und dichtes Buschwerk leicht links versetzt vom Zelteingang war meine (breite-längsgezogene) Feuergrube und rechts davon habe ich mein Motorrad (sicher und standfest) positioniert. Mehr an Schutzmassnahmen konnte man, anbetracht der Situation, nicht mehr nutzen.
Gut, nun noch kurz etwas kleines kochen….., denn es ist bereits schon wieder kurz vor 19:00h…, am langsam eindunkeln und mein Magen knurrt auch schon eine zeitlang. Nach dem Essen, wiederum alles sauber machen und sämtliche Esswaren gut verräumen. Nun noch einen guten Kaffee und meine Tabakpfeife zum Tagesausklang… ohhh war das schön… irgendwo in der nähe hörte ich einen Specht (der hatte vermutlich Nachtschicht)…. einen Uhu oder Kauz…., im umliegenden Dickicht/Laub raschelte es immer wieder und laufend waren Fledermausschatten im fahlen Lichtschein des Feuers auszumachen. Gegen 22:00h war ich dann bereit für die „Nachtruhe“, alles war aufgeräumt/gesäubert und weggeräumt und in meiner Feuergrube glimmten 5 ziemlich dicke  Eichenäste vor sich hin…
Es war Zeit für mich schlafen zu gehen… diese Nacht werde ich (ausnahmsweise) in Schuhen und Hosen schlafen… mein „Bärentöter“ (-Messer) hatte ich auch griffbereit.

 

 

 

Trotz der nächtlichen (ungewohnten) Waldgeräuschen, bin ich schnell eingeschlafen.

 

Fortsetzung

 

 

Published inReisenWilder Osten

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